Wein und Wissenschaft
| Geschichte des Weins | Wein und Gesundheit | Wein bei Krankheiten |
Wein ist nicht nur ein faszinierendes Getränk, dessen Genuss Philosophen zu feingeistigen Höchstleistungen beflügelt oder für beste Stimmung in geselliger Runde sorgt. Man kann sich mit dem Wein auch wissenschaftlich beschäftigen, wie diverse Studienmöglichkeiten oder Universitätslehrgänge beweisen. Österreich, mit seiner jahrtausendenalten Weinbautradition, gilt als eines der führendes Zentren, wenn es um eine fundierte Ausbildung rund um den erlesenen Rebensaft geht. In Wien, Niederösterreich, dem Burgenland, der Steiermark sowie in Salzburg werden zukünftige Weinkenner behutsam und kenntnisreich in alle Belange dieser sensiblen Materie eingeführt. Je nach Neigung reicht das Angebot vom klassischen Universitätsstudium an der Uni für Bodenkultur in der Bundeshauptstadt bis zu diversen Weinbauschulen oder Weinakademien.
Die Weinwissenschaft kann dabei in zwei Bereiche unterteilt werden: So bezeichnet das aus dem griechischen stammende Önologie allgemein die Lehre vom Wein. Auch als Kellerwissenschaftler bekannt, kümmern sich ausgebildete Önologen vor allem um die Herstellung exquisiter Gaumenkitzel aus den reifen Trauben. Sie sind insbesondere in Weinbaubetrieben oder im Handel begehrte Mitarbeiter. Weniger romantische Einsatzgebiete der professionellen Weinliebhaber sind Analyseinstitute oder industrielle Unternehmen. Ein Untergebiet der Önologie wird vom Fachkundigen als Ampelografie bezeichnet. Hierbei handelt es sich um die Rebenkunde, die sich vor allem mit der Beschreibung, Bestimmung und Klassifizierung der verschiedenen Rebsorten beschäftigt. Sie erfuhr im 19. Jahrhundert eine immense Aufwertung, als Schädlinge wie die Reblaus ganze Weingüter verwüsteten. Dass der Reblaus der Garaus gemacht werden konnte, ist der ampelografischen Kenntnis des Direktors der Weinbauschule Klosterneuburg geschuldet, der 1860 ein effektives Mittel zur Bekämpfung dieses weinvernichtenden Ungeziefers fand.
In Salzburg beschäftigt man sich auf universitärem Level ebenfalls mit Wein, wenn auch in einem anderen Zusammenhang. Der interdisziplinäre Studiengang „Gastrosophie“ wurde als europaweit erstes Zentrum für die „Lehre von den Freuden der Tafel“ gegründet. Seit Herbst 2009 sind wissbegierige Studenten dazu angehalten, die Grundlagen und Zusammenhänge eines weisen Genießens zu erfahren. Neben naturwissenschaftlichen Grundlagen der einzelnen Lebensmittel berührt die Gastrosophie auch die historischen sowie die gesellschaftlichen Aspekte in Bezug auf Speis und Trank. Dass dem Wein und seiner gemeinschaftsfördernden Wirkung dabei eine Sonderstellung zukommt, versteht sich von selbst.
Diese Beispiele zeigen, dass selbst der wissenschaftliche Umgang mit Wein nicht trocken ist. Viermehr entfaltet sich erst mit dem Wissen und der Weisheit rund um Reben, Weinstock und deren Pflege der vollmundige Genuss der österreichischen Weinkultur.
Comments on this entry are closed.