Reinhard Nowak: Rotwein aus dem Burgenland für einen Vollblut-Komödianten
Bei Reinhard Nowak handelt es sich um einen der ganz Großen am Schauspieler- und Kabarettisten-Himmel Österreichs. Dank seiner vielen Rollen in den verschiedensten TV-Formaten, die vom ORF produziert werden, ist Nowak seit vielen Jahren regelmäßiger Gast in den heimischen Wohnzimmern. Obwohl er am 28. April 1964 in München das Licht der Welt erblickte, verkörpert er meist das Facettenreichtum, das dem Paradeösterreicher an sich und damit auch dem Bühnen- und Fernsehstar innewohnt. Seit Mitte der 1980er Jahre schnuppert Nowak aber auch regelmäßig die süchtigmachende Theaterluft. Bis 1992 war er Mitglied der renommierten Kabarettgruppe Schlabarett, wo er mit Berühmtheiten wie Alfred Dorfer, Andrea Händler und Roland Düringer das Publikum zum Schmunzeln brachte. Schlabarett verwöhnte den Geist und die Lachmuskeln der Zuschauer nicht nur mit kurzen Sketchen über den gelernten Österreicher, sondern erfand ganz nebenbei auch eine neue Art der Präsentation: Mit der Bundesheer-Parodie „Atompilz von links“ ward das so genannte Kabarett-Stück geboren, zu dessen Geburtshelfern auch Reinhard Nowak zählt. Auch die Programme „Muttertag oder „Mahlzeit“, die später erfolgreich verfilmt wurden, stammen aus der Feder der begnadeten Schlabarett-Darsteller. In der Folge machte sich der talentierte Komiker auch mit seinen spaßigen Solo-Auftritten einen Namen und als Ensemblemitglied der Wiener Kabarett-Institution Simpel gewann er eine große Zuschauerschaft für sich. Den fulminanten Start seiner Laufbahn als bühnenreifer Alleinunterhalter markiert sein Programm „Einer muss der Nowak sein“ aus dem Jahre 1992. Wie ein guter Wein ist auch Reinhard Nowak mit den Jahren gereift und begeisterte ein immer breiteres Publikum auch mit seinen Rollen in populären Serien oder Filmen. Seine komische Begabung hat Fernesehreihen wie dem Kaisermühlenblues oder MA 2412, das übrigens auf dem Schlabarett-Programm „Mahlzeit“ basiert, den letzten lustigen Schliff verpasst. Derzeit überzeugt Novak in seiner Paraderolle als notorisch grantelnder Ostösterreicher, der im Leben immer etwas zu kurz kommt, in der ORF-Serie „Die Lottosieger“. Neben dem Patschenkino ist Reinhard Nowak aber auch den heimischen Cineasten ein Begriff. In den Straßenfegern „Muttertag“, „Hinterholz 8“, „Popitz“ oder „Freispiel“ brillierte er mit den von ihm dargestellten Charakteren auch auf der großen Leinwand.
Daheim beim burgenländischen Rotwein
Reinhard Nowak gilt als der Spezialist, wenn es darum geht, die Mühsal des Alltages komödiantisch zu betrachten und die Lachsalven seiner Anhänger geben ihm Recht. Wenn es um den Genuss geht, dann braucht der Kabarettist ebenfalls nicht höchsten Luxus oder teure Spielzeuge: Nowak geht sogar so weit, dass für ihn auch ein Stau auf der Autobahn durchaus genossen werden kann – sofern er in dieser Situation seine Sinne mit wundervoller Musik verwöhnen darf. Reinhard Nowak ist ein Künstler durch und durch und wie dieses Beispiel zeigt, auch ein begabter Lebenskünstler. Der Schauspieler bringt seine Genussfreuden auf den Punkt, indem er davon überzeugt ist, dass alles Genuss bereitet, dass einem selbst Spaß macht. So zieht er selbstverständlich auch aus seinem Beruf, der bei Reinhard Nowak vielmehr Berufung ist, erlesenen Genuss. Aber eine Grundvoraussetzung muss für den Vollblut-Komiker erfüllt sein, um als passionierter Genussmensch das Leben zu meistern: Zufriedenheit mit sich selbst verleiht erst die Fähigkeit, hundertprozentig genießen zu können. Bei dieser Lebenseinstellung wird auch aus einer einfachen Speise oder dem Anblick einer malerischen Landschaft ein Fest für alle Sinne. Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass Reinhard Nowak auch den erlesenen Genuss eines guten Tropfens zu schätzen weiß. Der beliebte Kabarettist ist vor allem dem Rotwein zugetan und hat in dieser Hinsicht die aromatischen Schätze aus dem Burgenland für sich entdeckt. Sein Favorit unter den wohlschmeckenden roten Rebensäften aus dem östlichsten Bundesland Österreichs ist ein raffinierter Blaufränkischer aus dem burgenländischen Eisenberg. Sein Geheimtipp für außergewöhnliche Weinfreuden wird vom Weinbauer Martin Jalis gekeltert. Aber nicht nur privat, auch beruflich hat Reinhard Nowak bereits mit der berühmten Weinseligkeit der Österreicher zutun gehabt: In der Erfolgsserie „Julia – eine ungewöhnliche Frau“ hat er als Leopold Schneider auch die Weingärten rund um das niederösterreichische Retz unsicher gemacht.
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