Peter Turrini: Feingeistige Provokation aus dem Weinviertel
Österreich kann auf eine Riege außergewöhnlicher Schriftsteller von Weltruhm blicken. Der Schriftsteller Peter Turrini zählt auch zu diesem erlesenen Kreis. Als echter Österreicher hat er einen italienischen Vornamen, einen Kärntner Geburtsort und eine Liebe für edle österreichischen Tropfen, die nicht nur höchsten Genuss, sondern auch beflügelnde Inspiration versprechen. Diese Kombination hat mit Turrini eine typisch österreichische Persönlichkeit hervorgebracht, die der Heimat stark verbunden ist, ihr aber immer mit der nötigen Distanz kritisch gegenübersteht. Seine Erfolge feierte er mit seinen Werken wie Rozznjogd aus dem Jahre 1971 oder mit der von ihm verfassten TV-Reihe Alpensage, die in den Jahren 1974 bis 1979 produziert wurde. Aber auch wenn Turrinis Blick auf sein Geburtsland stets aus einer provokanten und überspitzten Perspektive aus erfolgt, so kann er seine Leidenschaft für edelsten Wein ohne Umschweife zugeben. Der Autor begießt sein Schaffen bevorzugt mit einheimischen Weinköstlichkeiten und entpuppt sich in weingenießerischer Hinsicht als rot-weiß-roter Patriot.
Nicht umsonst hat Turrini die niederösterreichische Kleinstadt Retz zu seiner Wahlheimat auserkoren. Beeindruckt von der Gegend mit ihrer Stille und Weite zeigt sich der Autor auch angetan von den Weinen, die dieser idyllischen Landschaft entspringen. Vor allem, wenn der Kopf nach getaner schriftstellerischer Tätigkeit noch raucht, greift Peter Turrini bevorzugt zu einem beruhigenden und dennoch anregenden Glas Weißwein. Dabei bedient er sich am liebsten des qualitativ erstklassigen Sortiments, welches das Weingut Hebenstreit mit viel ruhiger Liebe zum Detail keltert. Insbesondere der Jahrgang 2006 mit seinen charakterstarken und vollmundigen Weinsorten Grüner Veltliner Classic, Grüner Veltliner Fuchsberg sowie dem Riesling Herberge ist dem Ausnahmewinzer Emmerich Hebenstreit und seinem Sohn Manfred aus Kleinriedenthal besonders exzellent gelungen. Von diesen drei Weinen lässt sich Peter Turrini verwöhnen, nachdem er sich kritisch mit Österreich und dem sprichwörtlich typischen Österreicher auseinandergesetzt hat. Kennen gelernt haben sich der berühmte Schriftsteller und der detailverliebte Winzer bei einem Spaziergang durch das landschaftlich einmalige Retzerland. Hier findet Turrini Ruhe von der hektischen und eitlen Welt der Literatur und findet – auch unter Mithilfe des hervorragenden Tropfens aus dem Hause Hebenstreit – wieder Erdung und Kraft für neue Taten.
Diese weinselige Stärkung braucht der Autor mit dem Jahrgang 1944 auch wie das tägliche Brot. Aus seiner Feder stammen nicht nur zeitgenossische Werke, die bereits als Klassiker gehandelt werden. Berühmt-berüchtigt ist Turrini auch für seine Theaterstücke und Drehbücher, die unserer Gesellschaft den unverhüllten Spiegel vorhalten. Aber auch mit seinen Reden, Gedichten und Aufsätzen hat sich der überzeugte Weinviertler mit Kärntner Wurzeln schriftstellerisches Renommee erarbeitet. Seine Werke von Weltruf wurden in viele Sprachen übersetzt – kein Wunder, dass er sich einen ganz außergewöhnlichen Tropfen mehr als verdient hat.
Ebenso ausgezeichnet wie sein Lieblingswein, Manfred Hebenstein wurde 2009 zum „Weinviertel DAC Champion“ erklärt, ist auch der Schriftsteller selbst: Seit 1981, als Turrini den Gerhard-Hauptmann-Preis entgegen nehmen konnte, ist auf den österreichischen Autor ein wahrer Preisregen niedergegangen. Zuletzt wurde die Karriere von Peter Turrini im Jahre 2009 sowohl mit dem Würth-Preis für Europäische Literatur als auch mit dem Bad Ischler Johann-Nestroy-Ring prämiert.
Das erfolgreiche Zusammenspiel eines kreativen und kritischen Kopfes mit den Schätzen, die das Weinland Österreich zu bieten hat, erfährt in der Person Peter Turrini seine vollen Entfaltung. In den Waldviertler Weißweinen findet der Ausnahmekünstler gleichzeitig fesselnde Anregung und erhabene Ruhe, um auch in Zukunft die Geschicke unseres Landes differenziert auf den Punkt zu bringen.
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