Hans Moser: Der legendäre Genießer
Vielleicht ist es kein Zufall, dass es lediglich eines kleinen Buchstabendrehers bedarf, damit aus der österreichischen Hauptstadt des Österreichers liebstes Getränk entsteht. Wien hat einiges an besonderen Spezialitäten und Eigenheiten zu bieten: Nur in der schönen Donaustadt findet man einen Steffl, einen Prater oder einen Heurigen. Spätestens beim Heurigen, einer seit langer Zeit erlesenen Wiener Institution, werden all jene Genießer hellhörig, die ein ganz besonderes Wiener Schmankerl ganz besonders zu schätzen wissen, nämlich den berühmten und oft besungenen Wein aus Wien. So ein Heuriger steht aber nicht nur für die höchsten weinseligen Gaumenfreuden, sondern er ist auch die Definition schlechthin für die sprichwörtliche Wiener Gemütlichkeit. In geselliger Runde lässt sie sich mit dem Rebensaft aus Wien am besten begießen und entlockt den einem oder andern eines der bekannten Wienerlieder, die sich um die schönsten Nebensachen der Welt drehen: Die Liebe und natürlich den Wein.
Der Lieblingswein von Hans Moser
„ Ich muss im früh´ren Leben a Reblaus g´wesen sein,
sonst wär´ die Sehnsucht nicht so groß nach einem Wein,
drum tu den Wein ich auch nicht trinken, sondern beißen,
und hab´ den Roten grad so gern als wie den Weißen (…)“ (mehr Songtexte von Hans Moser)
Wer kennt ihn nicht, den Refrain von der berühmten „Reblaus“. Diese Zeilen sagen nicht nur alles über die Liebe der Wiener zu ihrem Wein aus, denn selbst einem gefährlichen Parasiten werden in diesem Lied von Hans Moser Sympathien, entgegen gebracht. Verständlich, mag die Reblaus doch den Wein ebenso gerne wie der gesellige und gemütliche Parade-Österreicher, als der Hans Moser bis heute gilt. Mit „Die Reblaus“ hat Hans Moser den Wiener außerdem auf eine Art und Weise charakterisiert, wie er sich selbst am liebten sieht und wofür er auf der ganzen Welt ein gern gesehener Gast ist: Ein bisschen melancholisch, ein bisschen raunzig und grantig, aber immer gemütlich und humorvoll. Außerdem weiß „der Moser“, wie er von seinen Anhängern bis heute liebevoll genannt wird, sowie jeder andere Wiener auch, dass mit einem guten Schlückchen Wein die ganze Mühsal des Lebens erfolgreich gelindert wird.
Als österreichisches Original war Hans Moser, der als Johann Julier im August 1880 in Wien das Licht der Welt erblickte, aber auch Kosmopolit. Die Liebe zum Wein wurde „dem Moser“ wahrscheinlich in die Wiege gelegt, denn seine Vorfahren sind aus Frankreich nach Österreich gekommen und diese beiden Länder verbindet unter anderem ihre hingebungsvolle Kultur rund um den roten und den weißen Rebensaft. Vielleicht war Hans Moser aus dieser fruchtbaren Kombination heraus dazu auserkoren, geradezu ein Botschafter des österreichischen Weines und der aus dem Hochgenuss der exquisiten Trinkfreude erwachsenen Liedgutes zu werden. Hans Moser, der Österreicher schlechthin, hat mit seinen berühmten Wiener- und Heurigenliedern dem roten und dem weißen Traubensaft gehuldigt und spricht damit noch immer der Mehrheit der Österreicher aus der tiefsten Seele. Aber Hans Moser wäre nicht Hans Moser gewesen, hätte er das nicht auf seine ganz eigene Art gemacht, die zu seinem schrulligen, nuschelnden und polternden Markenzeichen geworden ist. Die Kombination aus diesen im wahrsten Sinne des Wortes merk-würigen Eigenarten hat aus Hans Moser ein legendäres Original gemacht und beweist, dass ein nuancenreiches Zusammenspiel einer facettenreichen Persönlichkeit, wie bei der Verschmelzung der charakteristischen Geschmacksstufen eines guten Tropfens, zum Erfolg führt.
Hans Moser mit seinem Glaserl Wein – oft Gumpoltskirchner
Hans Moser war aber nicht nur ein Interpret des wein-geistigen Wiener Liedgutes. Mit seinem unvergleichlichen komödiantischen Talent hat er auch als gern gesehener Volksschauspieler die Bühnen und die Leinwände erobert und hat auch in diesem Rahmen auf eines seiner wichtigsten Accessoires, das gute Glaserl Wein, nicht verzichtet. Dennoch bleibt dieser große Darsteller des „kleinen Mannes“, der übrigens selbst nur eine Körpergröße von nicht einmal 160 Zentimetern erreichte, vor allem als gesanglicher Weinliebhaber im österreichischen Kollektivgedächtnis. Er hat sich dazu auch mit anderen Lieblingen des österreichischen Volkes zusammengetan und ist zum Beispiel gemeinsam mit Paul Hörbiger im Duett zu dem Schluss gekommen „Jetzt trink ma no a Flascherl Wein“.
Hans Moser hat mit seiner Leidenschaft für einen schmackhaften Tropfen und mit seiner großen Gabe, die Menschen mit seinem kauzig-komödiantischen Talent bestens zu unterhalten, bis heute nichts an seiner Strahlkraft eingebüßt. Dort, wo früher das Geburtshaus des aufbrausenden Grantlers gestanden ist, werden heute den anspruchsvollen Gästen ausgesuchte österreichische Leckerbissen und selbstverständlich auch der dazu passende Wein aus dem In- und Ausland kredenzt. Ganz im Sinne der Wiener Weinkultur wird in diesem Lokal, das – wie könnte es anders sein, den Namen „Zum Moser“ trägt, das gemütliche Beisammensein, wie es auf diese gesellige Weise nur die Wiener können, zelebriert.
Als Lieblingswein von Hans Moser galt unter anderem der Gumpoldskirchner aus dem berühmten und wunderschönen Weinbauort südlich von Wien. Die Marktgemeinde ist durchaus einen Besuch wert oder man kann sich das Flair der Gemeinde mit dem Wein nach Hause holen.
Comments on this entry are closed.