Weinbaugebiet Carnuntum: Der Nepomukhof und seine herrlichen Weingärten
Wer den Namen „Carnuntum“ hört, fühlt sich mit Recht sofort in die Zeiten der alten Römer zurückversetzt. Carnuntum war einst die Hauptstadt der römischen Provinz Pannonien. Sie lag 40 Kilometer östlich von Wien, quasi am Südufer der Donau, im heutigen Niederösterreich. Die erstaunliche Restfülle dieser geschichtsträchtigen Stadt legt heute noch Zeugnis über das Leben und Walten der Menschen ab, die das Gebiet damals bevölkerten. Die Besichtungsschwerpunkte umfassen sowohl den militärischen als auch den zivilen Bereich.
Weinbau wurde im Gebiet von Carnuntum jedoch bereits vor dem Auftauchen der Römer betrieben. Durch archäologische Zeugnisse konnte nachgewiesen werden, dass schon die Kelten wussten, wie aus den Früchten der Weinrebe der edle Tropfen gewonnen werden konnte. Doch es steht außer Frage, dass es die Römer waren, die den Weinbau intensivierten. Kaiser M. Aurelius Probus (276-282 n. Chr.) wird als Förderer der Weinkultur im Raum Carnuntum bezeichnet. Er war es nämlich, der die davor herrschenden gesetzlichen Bestimmungen erleichterte. „Der Wein ist unter den Getränken das nützlichste, unter den Arzneien die schmackhafteste, unter den Nahrungsmitteln das angenehmste“, wusste bereits Plutarch vor fast 2000 Jahren zu berichten.
Im Jahre 1993 kam es zu einer Neueinteilung der österreichischen Weinbaugebiete und man entschloss sich, das Gebiet südlich der Donau, zwischen Wien und der heutigen Slowakei, nach der antiken Stadt zu benennen. Die Weingärten dehnen sich über drei Hügellandschaften aus: das Leithagebirge, das Arbesthaler Hügelland und die Hainburger Berge. Rund 1.000 Hektar Rebfläche stehen zur Verfügung. Eine besondere Vorliebe genießen der Grüne Veltliner, der Zweigelt und der Blaufränkische. Besonders die Rotweinsorten gedeihen durch die steinigen, schweren Böden mit Lehm und Löss, Sand und Schotter auf außergewöhnliche Art und Weise. Das sonnenreiche pannonische Klima, mit seinen heißen Sommern und kalten Wintern, beflügelt den Weinanbau in erheblichem Maße. Die Donau und auch der temperaturausgleichende Neusiedlersee tun das Ihrige dazu. Doch was wäre das Weinbaugebiet Carnuntum ohne die Arbeit der stolzen Winzerpersönlichkeiten?
Auf den Südhängen des Arbesthaler Hügellandes gedeihen auf 600 Hektar die Weingärten von Arbesthal, Göttlebrunn und Höflein. Das Gebiet des heutigen Göttlebrunn war bereits in der Steinzeit besiedelt. Der Großteil der landwirtschaftlichen Betriebe widmet sich mit Leib und Seele dem Weinbau. 25 Vollerwerbsweingüter auf allerhöchstem Qualitätsniveau beweisen das nötige Know-how, um sich auf dem Markt zu behaupten. Obwohl der Grüne Veltliner mengenmäßig noch dominant ist, hält sich die junge Winzergeneration aufgrund der klimatischen Bedingungen verstärkt an den roten Tropfen. Im Göttlesbrunner Raum überwiegt der Zweigelt, während rund um die Hainburger Berge der Blaufränkische vorherrscht. Der Rubin Carnuntum stellt eine harmonische Mischung der beiden Leitsorten dar. Es handelt sich um einen gehaltvollen Rotwein, in dem ein zartfruchtiges Bukett und samtige Tannine zu einem symbolischen Ganzen vereint werden. Nur die besten Rotweine eines Jahrgangs dürfen diesen wohlklingenden Namen tragen.
Der Weinbau auf dem Nepomukhof
Der Nepomukhof und seine Weingärten, benannt nach jenem heiligen Mann, Schutzpatron für Verschwiegenheit, liegen eingebettet in das anmutige Arbesthaler Hügelland – im Zentrum des Weinbaugebietes Carnuntum. Die Familie Graßl gibt sich seit Generationen der Herstellung des kostbaren Rebensaftes hin. Der Winzer, der heute das Sagen hat, heißt Christian Graßl. Gemeinsam mit seiner Frau Maria und den 3 Kindern führt er die alten Traditionen fort, ohne auf innovative Ideen zu verzichten. Das Weingut Nepomukhof weist eine Größe von 14. Hektar auf. Die Rebsortenvielfalt versetzt jeden Weinliebhaber ins Staunen. Der Sortenschwerpunkt liegt auf dem Zweigelt. Doch wissen auch die anderen Rotweine, wie z.B. der Pinot Noir Classic 2007, der Merlot 2008, der Rubin Carnuntum 2007-08 oder der Cuvée Nepomuk 2007 (Zweigelt, Merlot, Blaufränkisch), durch ihre exklusiven Aromen zu überzeugen. Auch duftende Weißweine stehen natürlich im Angebot. Abgesehen vom würzig-pfeffrigen Grünen Veltliner besticht beispielsweise der Welschriesling 2009 durch sein feines Apfelaroma und der Sauvignon blanc 2009 erinnert an Holunderblüten, Ananas und Zitrusfrüchte. Das Weingut Nepomuk hat Ausbruch, Cuvée, Land- und Qualitätswein sowie auch Sekt im Sortiment.
Seit der Lese 2006 kommen in den Weingärten des Nepomukhofs wieder uralte Techniken zum Einsatz. Ein Anteil der Trauben wird wieder gestampft. Seit 2007 wird jede Rotweinsorte parallel zur herkömmlichen Herstellung auf die alte Weise produziert. Das Treten mit den Füßen führt dazu, dass die Tannine und Gerbstoffe noch intensiver zur Geltung kommen.
Der bereits erwähnte Rubin Carnuntum 2007-08 verlangt eine besondere Aufmerksamkeit. Die Färbung weist ein tiefdunkles Rubingranat auf, der Farbkern ist tief, die Reflexe sind violett. In der Nase herrschen ein frisches Beerenkonfit, etwas Cassis, Brombeeren und tabakige Nuancen vor; am Gaumen saftig, gute komplexe Frucht, süße Kirschen, lebendige Säurestruktur. Der Rubin Carnuntum hat einen trinkanimierenden Stil, besticht auch im Abgang durch eine feine Extraktsüße und ist bereits sehr gut antrinkbar. Er gilt als hervorragender Begleiter zu Wild- und Rindfleischspeisen, verschiedenen Weichkäsen und würzigen Nudelgerichten.
Im gemütlichen Kellerstüberl des Hauses Nepomuk werden die Gäste mit den modernen und frischen Weinen verwöhnt. Der Genuss ist oberstes Prinzip. Und wer vom Hunger gepackt wird, muss auf köstliche Speisen nicht verzichten. Aufgetischt wird unter anderem ein leckeres Spanferkel – die Spezialität des Hauses.
Rezepttipp zum Wein:
Rehschnitzel mit Eierschwammerl
Zutaten:
- 300g Pfifferlinge
- 40g Butter
- 4 Rehschnitzel à 150g
- Mehl.
- Salz und Pfeffer
- 4 Esslöffel Sinnenblumenöl
- 1/8l Rubin Carnuntum 2007-08
- 1/8 l Rahm
- 2 Esslöffel gehackte Petersilie
- Dekoration: Gänseblümchen und Kresse
Zubereitung:
Eierschwammerl putzen, in Scheiben schneiden, in Butter anbraten und warm stellen. Schnitzel leicht klopfen, salzen und pfeffern, in Mehl wenden und in Öl rosig braten. Die Schnitzel herausnahmen und warm stellen. Den Bratenfond mit dem Wein ablöschen, den Rahm hinzugeben. Köcheln lassen und nachwürzen. Auf einer Platte die Eierschwammerl verteilen, mit Petersilie bestreuen, die Schnitzel drauflegen und abschließend die Soße darüber passieren. Mit Gänseblümchenblüten (essbar) und Kresse garnieren.
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