Familie Leberl: Sündhaft wohlschmeckende Weine aus der Weinbauregion Neusiedlersee-Hügelland
Das Burgenland ist neben Niederösterreich das wichtigste Weinbaugebiet in Österreich. Ungefähr 16.000 Hektar werden bewirtschaftet. Man unterscheidet zwischen den Weinbauregionen Mittelburgenland (2.326 Hektar), Südburgenland (507 Hektar), Neusiedlersee (7.303 Hektar) und Neusiedlersee-Hügelland (3.923 Hektar).
Die Teilung des ehemaligen Gebietes Rust-Neusiedlersee in das Weinbaugebiet Neusiedlersee östlich des Steppensees und in die Weinbauregion Neusiedlersee-Hügelland erfolgte erst im Jahre 1985. Das Weinland Österreich wird im Allgemeinen als sehr vielfältig bezeichnet, doch die Weinbauregion Neusiedlersee-Hügelland weist ein überaus beeindruckendes Sortenspektrum auf. Die Ursache liegt in der Vielzahl verschiedenster Böden und Kleinklimata verborgen. Und auch der großartige See selbst, das Meer der Wiener, trägt infolge der Beeinflussung des dort herrschenden pannonischen Klimas in beachtlichem Maße dazu bei. Das Neusiedlersee-Hügelland erstreckt sich westlich des Neusiedler Sees vom Gebiet rund um Rust bis nach Eisenstadt und Mattersberg. Die Weinsorten Welschriesling, Weißburgunder, Chardonnay und Blaufränkisch werden am häufigsten angebaut.
Nahe der Landeshauptstadt Eisenerz befindet sich die Marktgemeinde Großhöflein (1855 Einwohner), welche eine lange Geschichte vorzuweisen hat. Das Gebiet war in der Zeit vor Christus ein Teil des keltischen Königreiches Noricum. Funde aus der Jungsteinzeit, Bronzezeit und aus der Zeit des Römischen Reiches zeigen auf, dass im Gebiet des heutigen Großhöflein schon in lang vergangenen Jahrhunderten ein reges Leben geherrscht haben muss. Bis 1920/21 war der Ort, wie das gesamte Burgenland, ein Teil Ungarns. Erst 1919 wurde Deutsch-Westungarn Österreich zugesprochen.
Die wunderschönen Weinberge von Großhöflein reichen von den Süd- und Südosthängen des Leithagebirges bis hin zum Föllig, welcher der Wulkaebene entsteigt. Die Südhanglage des Leithagebirges und die von Kalk dominierten Böden begünstigen dieses Gebiet in Bezug auf den Weinbau immens. Die daraus gewonnenen Weine zählen zu den besten in ganz Österreich.
Das Weingut Josef Leberl in Großhöflein ist seit Generationen im Familienbesitz. Josef Leberl übernahm 1982 den elterlichen Mischbetrieb und legte den Fokus auf einen hochqualitativen Weinbau. Er war einer der allerersten Winzer, die im Burgenland Barrique-Fässer einsetzten. Eine im Jahre 1985 unternommene Reise nach Bordeaux prägte den Winzer nachhaltig. Sein Ziel war es von da an, die burgenländischen Weine qualitativ an die Top- Bordelaiser anzupassen. Heute zählen seine Weingüter zu den renommiertesten im gesamten Burgenland. Der innovative Weinbauer hat es geschafft, sein Vorhaben genial in die Tat umzusetzen. Seine Ehefrau Anneliese, auch begeisterte Weinbäuerin, und die beiden Söhne unterstützen den Winzer in jedem Sinne.
Sohn Gerald, ein international erfahrener Kellermeister, holt seit 1997 das Beste aus den Trauben heraus. Im Ausland gemachte Erfahrungen, unter anderem in Bordeaux, in Kalifornien und im Piemont, fließen in das Weinbaukonzept hinein. Daraus resultieren großartige Weine, in denen Altes und Neues miteinander verwoben werden. Seit 2009 ist auch sein Bruder Alexander mit von der Partie. Er präsentiert das Weingut auf Veranstaltungen und Messen und ist in der Kundenbetreuung tätig. Ein Familienbetrieb wie er im Buche steht!
Der Winzer Leberl profitiert von Vielfältigkeit
Das Weingut Josef Leberl besteht aus 22 Hektar Weingärten, welche sich rund um die Marktgemeinde Großhöflein ranken. Dank der sonnenanbetenden Südhänge und Ausläufer des Leitha- und Fölligberges, deren Böden aus Lehm, Schwarzerde, leichter Braunerde, Muschelkalk, Glimmerschiefer und Kalk-Fels bestehen, sind die Grundlagen für das Wachstum der Reben optimal. Spätestens hier wird klar, warum die feinfruchtigen Weine der Familie Leberl einen so einzigartigen und raffinierten Geschmack aufweisen. Durch die Vielfalt der Böden und die Unterschiedlichkeit der Lagen werden der Auswahl der Sorten keine Grenzen gesetzt. Edle Rotwein-Sorten, wie Zweigelt, Blaufränkisch, Merlot und Cabernet Sauvignon und wohlschmeckende Weißweinsorten, wie
Welschriesling, Sauvignon Blanc, Chardonnay und Sämling, finden in diesem weinfreundlichen Gebiet alles, was sie zum Gedeihen brauchen.
In den Monaten September und Oktober findet eine rein händische und somit sorgfältige Traubenlese statt. Der 1. Rütteltisch entfernt kleine Insekten, der 2. sortiert kleine und unreife Beeren aus. Durch den Rebler werden die Beeren von den Stängeln getrennt. Bevor die Beeren dann in den Keller dürfen, werden sie nochmals von zahlreichen Augen sorgfältig begutachtet. Dort angelangt, durchläuft die Rotwein-Maische den Roto- oder Gärtank. Erst nach einer sehr langen Maischestandzeit findet die Pressung statt. Die Weißwein-Maische kommt sofort in die Presse. Die Reifung erfolgt, je nach Wein, entweder im Stahltank, im großen Holzfass oder im kleinen Eichenfass. Die Flaschenfüllung erfolgt erst nach 18 Monaten – guter Wein braucht Weile!
Kann Genuss denn Sünde sein? Hierbei handelt es sich um das Motto des prominentesten Weines aus dem Hause Leberl. Die Rede ist von der Top-Rotweincuvèe „Peccatum“, deren Name auf Latein „die Sünde“ bedeutet. Eine derart exklusive Qualität kann nur durch das großzügige Ausdünnen der Trauben erreicht werden. So wird die Menge reduziert, die Qualität jedoch gesteigert. Dieser verschwenderische Prozess wurde von den Alten als Sünde angeprangert – heute weiß man ihn zu schätzen!
Der Peccatum schimmert in dunklem Granatrot, in ihm liegen die Aromen von Vanille, Schokolade, Holz und Beerenkompott verborgen. Ein erdiger Rotwein, wie er wohlschmeckender nicht sein könnte. Ein Muss für jeden Weinliebhaber! Um den kulinarischen Genuss zur Spitze zu treiben, werden dazu Käse, Lamm- oder Wildgerichte empfohlen.
Rezepttipp für den Wein:
Rehragout
Zutaten:
1 ½ kg Rehfleisch (Schulter oder Hals, ohne Knochen)
- ½ Zwiebel, ½ Karotte
- je 1 Stück Sellerie und Lauch
- 3 Gewürznelken, 1 Lorbeerblatt
- Thymian, schwarze Pfefferkörner, zerdrückte Wacholderbeeren
- ¼ l Peccatum 2007
- 1/16 l Rotweinessig, Sonnenblumenöl
- 1 Esslöffel Mehl
- Fleischsuppe
- Salz
Zubereitung:
Man schneide das Fleisch in Würfel und gebe es samt Gemüse und Kräuter/Gewürze in eine Schüssel. Wein und Essig dazugießen, etwas Öl darüber schütten. An einem kühlen Ort 24 Stunden marinieren. Anschließend das Fleisch aus der Marinade nehmen, abtropfen lassen und in etwas Öl bei starker Hitze anbraten lassen; mit Mehl bestäuben. Das Gemüse aus der Marinade hinzugeben, kurz mitrösten, mit etwas Suppe und der Marinade aufgießen, salzen und weichdünsten. Abschließend die Soße, ohne Fleisch, passieren. Das Fleisch erneut in die Soße geben und nochmals abschmecken bevor man das Gericht mit einem guten Wein genießt.
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