Genussreicher Gruß aus der Puszta

Weine aus dem BurgenlandAm östlichsten Rand Österreichs gelegen ist das malerische Burgenland nicht nur das jüngste, sondern nach Wien und Vorarlberg auch das kleinste Bundesland. Aber dennoch weiß das Burgenland ganz groß aufzutrumpfen und zwar vor allem dann, wenn es um die Herstellung herausragender Weine geht. Aller Wahrscheinlichkeit nach wussten bereits die alten Römer, dass die klimatischen und geologischen Voraussetzungen in der reizenden Gegend rund um den Neusiedler See perfekt sind, um edle Rebensäfte zu keltern. Wie bedeutend die Weinerzeugung für das Burgenland ist, beweist die Tatsache, dass über dreißig Prozent des in Österreich produzierten Weines aus dieser Region stammen.

Verantwortlich für die harmonische Perfektion, die den burgenländischen Wein auszeichnen, sind die unterschiedlichen Bodenarten, welche aus den verschiedenen Rebsorten das Beste herausholen. Aber der gute burgenländische Boden allein reicht selbstverständlich noch lange nicht aus, um aus einer einfachen Traube einen erlesenen Weingenuss zu machen. Das Burgenland spielt in dieser Hinsicht auch seine klimatisch gesehene Spitzenposition aus. Österreichweit bietet dieses Bundesland die höchste Durchschnittstemperatur und sorgt damit für Weine, die nicht nur mit ihrer einzigartigen Milde, sondern auch mit ihrem unvergleichlich reinen Sortengeschmack den Feinschmeckern wahrhaftig sinnliche Trinkmomente bescheren. Bekömmlich und gleichzeitig gehaltvoll spiegeln die burgenländischen Weingenüsse der Spitzenklasse die atemberaubende Landschaft wider, aus der sie stammen. So verwundert es nicht, dass das Burgenland seine Weingenießer mit einer Fülle an Prädikatsweinen verwöhnen kann.

Das wichtigste Weinbaugebiet im Burgenland befindet sich rund um den Neusieder See. Vor allem am Nord- und Ostufer gedeihen außergewöhnliche Trauben, die sowohl dem Liebhaber erlesener Rotweine als auch dem Freund spritziger Weißweine munden. Dieses Weinbaugebiet erstreckt sich bis zur ungarischen Grenze und fängt mit dem Geschmack seiner Spezialitäten das Lebensgefühl der hügeligen Weiten ein. Viele der berühmtesten Weinorte Österreichs sind Teil dieses Weinbaugebietes, das nach dem Weinviertel übrigens die zweitgrößte Anbauregion unseres Alpenlandes darstellt: Rust, Podersdorf und Illmitz mögen nach der Einwohnerzahl gesehen noch so kleine Dörfchen sein, was ihre Bedeutung für die österreichische Weinkultur angeht, gehören sie unbestritten zu den Größten. Um dem Einfluss des einzigartigen Klimas rund um den Neusiedler See Tribut zu zollen, haben sich einige Winzer, die größten Wert auf die erlesene Qualität ihrer genussreichen Produkte legen, zum „Pannonischen Reigen“ zusammengeschlossen, der mit seinen außergewöhnlichen Weinen auch auf dem internationalen Parkett eine elegante Figur macht. Angeboten werden diese pannonischen Köstlichkeiten als Welschriesling oder als Kabinett Trocken. Ganz besonderer Beliebtheit erfreuen sich aber die Spät- und Beerenauslesen dieser fruchtbaren Zusammenarbeit.Rotwein aus dem Burgenland

Neben dem Neusiedler See bieten auch andere Gegenden im Burgenland alle notwendigen Voraussetzungen für eine Weinerzeugung auf höchstem Niveau. Zur Region Neusiedler See-Hügelland gehört nicht nur die burgenländische Hauptstadt Eisenstadt, sondern mit den Gemeinden Rust und Mattersburg auch zwei weitere österreichische Weinzentren von internationalem Format. Besonders Rust gilt mit seinen exzellenten Weinen nicht nur als die Weingemeinde des Burgenlands schlechthin, sondern sogar als Synonym für den österreichischen Wein der erlesensten Güteklasse. Während die Weinbauregion Neusiedler See mit seiner flachen Landschaft beste Bedingungen für den Weinbau bietet, profitiert das Gebiet Neusiedler See-Hügelland von seiner exponierten Lage an den sonnigen Hängen des Leithagebirges. Neben Weißweintrauben wachsen und gedeihen auch Rotweinreben in dieser Gegend und liefern die Grundlage für die Erzeugung eines edlen samtroten Tropfens. Vor allem der Blaufränkische, eine ganz besonders vollmundige, burgenländische Weinspezialität, wird von den Winzern der Region mit viel Liebe zum Detail gekeltert.

Etwas abseits vom Neusiedler See verfügt das Burgenland aber ebenfalls über optimale Bedingungen für die Herstellung bukettreicher und bekömmlicher Weine. Bekannte Weine aus dem Süd- und Mittelburgenland erfreuen sich einer großen Beliebtheit. Diese Regionen gelten als die Zentren der österreichischen Rotweinproduktion. Das Mittelburgenland mit seinen lieblichen, dicht bewaldeten Hügellandschaften bringt aber nicht nur einen vortrefflichen Blauen Zweigelt oder Blaufränkischen hervor. Der Weinkenner schätzt auch die mittelburgenländischen Weißweine, denn auch die Müller-Thurgau-, Welschriesling- oder selbstverständlich die Grünen-Veltliner-Trauben finden in der Region um Horitschon und Deutschkreutz die idealen Bedingungen vor. Auch im Süden herrscht der Rotwein vor. Das Weinbaugebiet Südburgenland überzeugt jeden Bewunderer eines hervorragenden Tropfens mit seinem Blaufränkischen. Wer allerdings den Weißen dem Roten vorzieht, den versetzt der Welschriesling aus dem Südburgenland in höchste weinselige Verzückung. Die Ortschaften wie Deutsch Schützen, Rechnitz oder Einsenberg stehen für sonnenverwöhnte Spitzenweine und wecken gleichzeitig die Aufmerksamkeit eines jeden Experten. Diese Gegend bringt nämlich nicht nur herausragende Rot- und Weißweine hervor sondern birgt auch ein Geheimnis: Der „Uhudler“, eine äußerst seltene Weinsorte, entfaltet bevorzugt im Südburgenland seine genussversprechende Magie, die den Gaumen mit feinen Ribisel- und Erdbeernoten verwöhnt. Dieses Schmankerl hat das Burgenland der Reblaus zu verdanken, denn nachdem im 19. Jahrhundert dieser Schädling auch das Burgenland nicht verschont hat, wurden neue Reben importiert und kultiviert. Diese Versuche sind beim Uhudler besonders gut gelungen und haben dem Südburgenland in der Folge eine charakteristische Spezialität von unbezahlbarem Wert beschert.

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